Fehler- und Betrugspotential im eCommerce erkennen mit Datenanalysen

Veröffentlicht am von - Kategorie: E-Business

eCommerce birgt erhebliche Fehlerpotentiale aufgrund des großen Hebels der Massentransaktionen, aber auch Betrugspotentiale aufgrund hochgradig arbeitsteiliger und aufwandsoptimierter Geschäftsprozesse.

Grundvoraussetzung für sichere und ordnungsgemäße IT-Geschäftsprozesse im Bereich des eCommerce sind die Kenntnis dieser Potentiale und entsprechend eingeleitete Maßnahmen zur Minimierung. Nachfolgend soll kurz auf die Situation bereits eingerichteter eCommerce-Prozesse eingegangen werden. In diesem Zustand bieten sich ein prozessintegriertes Monitoring/Controlling sowie nicht prozessintegrierte aber regelmäßig oder ereignisgesteuert durchgeführte Revisionshandlungen (Konzept-/Prozessdurchgänge und Datenanalysen) an.

Datenanalysen, die durch einen (prozess-)unabhängigen Experten durchgeführt werden mit dem Blickwinkel Aufdeckung von potentiellen Systemfehlern sowie von Kunden- und Mitarbeiterfraud können mit begrenztem Aufwand dazu beitragen, nachträglich mehr Sicherheit zu erlangen oder Hinweise zu erhalten, wie man Prozesse und Kontrollen optimieren kann oder ob man bestimmten Verdachtsmomenten vertieft nachgehen sollte.

Schwerpunktbereiche derartiger Datenanalysen wären z.B. Gutschriften/Retouren sowie Schwund und Inventurdifferenzen. Retouren/Gutschriften könnten beispielsweise nach Gutschriftshöhe, -grund, korrespondierenden Ausgangsrechnungen und Lagerbuchungen untersucht werden. Sehr interessant sind hier insbesondere Zeitreihen- und Niederlassungsbenchmarks sowie auch Wert- und Anzahlverteilungsanalysen z.B. der Gutschriftenhöhe. Ergeben sich hier Auffälligkeiten, kann unter Zuhilfenahme von weiteren Daten wie z.B. Wochentagen, Mitarbeiterkennungen oder Kundendaten weiter geforscht werden. Gut nutzbar für weitergehende Analysen sind auch Vergleichsdaten wie z.B. Umsätze einer Periode, Retourenquoten/Margenanalysen pro Kunde oder Artikel oder auch Lagerumschläge pro Artikel.

Der recht gut eingrenzbare Aufwand steht erfahrungsgemäß in einem sehr günstigen Verhältnis zu den gewonnenen Erkenntnissen.

Dr. Sebastian Brauer

Dr. Sebastian Brauer

Wirtschaftsprüfer/Steuerberater bei Schomerus & Partner mbB
Beruflicher Werdegang
Studium der Betriebswirtschaftslehre und Promotionsstudium zum Dr. rer. pol. am Lehrstuhl Internationale Wirtschaftspolitik der Universität Osnabrück. Berufsbegleitender Masterstudiengang Auditing, Finance and Taxation an der FH Münster. Bestellung zum Wirtschafsprüfer im Januar 2015 und zum Steuerberater im April 2015. Langjährige Tätigkeit in der Beratung und Prüfung von Kreditinstituten und Finanzdienstleistern bei den Prüfungsverbänden der genossenschaftlichen Finanzgruppe. Zuletzt als Geschäftsführer einer mittelständischen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und in eigener Praxis tätig. Seit Mitte 2018 bei Schomerus.
Tätigkeitsschwerpunkt
Digitale Transformation von mittelständischen Unternehmen, Data Mining und Predictive Analytics, Konzeption und Prüfung von Risiko- und Compliancemanagementsystemen nach IDW PS 980 und 981, Prüfung des Internen Kontrollsystems bei Servicegesellschaften nach IDW PS 951, Softwareprüfungen nach IDW PS 860 und 880, Beratung zum Thema Informationssicherheit, Beratung und Prüfung von Kreditinstituten und Finanzdienstleistern, Jahresabschlussprüfungen
Dr. Sebastian Brauer

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