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Ausgewählte umsatzsteuerliche Änderungen im Ausland

Veröffentlicht am von - Kategorie: Umsatzsteuer

Umsatzsteuer Rumänien,Frankreich,Litauen

Rumänien

Die Einführung des neuen rumänischen Umsatzsteuergesetzes hatte bereits zum 1. Januar 2016 eine Senkung des Regelsteuersatzes von 24 % auf 20 % mit sich gebracht. Nun folgt zum 1. Januar 2017 eine weitere Absenkung auf 19 % (Reduzierung des ermäßigten Steuersatzes von 9 % auf 5 %). Im Zuge der Steuerreformierung soll die nächste Steuersenkung das Wirtschaftswachstum weiter antreiben. Des Weiteren stehen Änderungen in Gestalt der Erweiterung der Reverse Charge-Tatbestände (Mobiltelefone, Laptops etc.) sowie bezüglich der Bestimmung von Wohnungsverkäufen an.

Frankreich

Das Bürokratieabbaugesetz vom 3. Januar 2014 sollte den Verwaltungsaufwand in Frankreich durch künftig verpflichtende elektronische Rechnungen verringern. Ab dem 1. Januar 2017 steht nun ein weiterer Schritt zu einer digitalisierten Verwaltung an. Denn große Unternehmen werden dann erstmals ausschließlich E-Rechnungen an den öffentlichen Sektor versenden dürfen und müssen. In den nachfolgenden Jahren folgen stufenweise auch mittelgroße (2018), kleine (2019) und zum 1. Januar 2020 schließlich alle Unternehmen. Zur Gewährleistung eines reibungslosen Rechnungsaustausches zwischen öffentlichen Organisationen und deren Zulieferern hat die französische Regierung in 2012 die Rechnungsplattform „Chorus Factures“ ins Leben gerufen. Diese soll nun aber durch eine überarbeitete Version („Chorus Pro“, inkl. hybridenes Rechnungsdokument vgl.bar ZUGFeRD) ersetzt werden.

Litauen

Seit dem 1. Oktober 2016 müssen Umsatzsteuerzahler, die eine wirtschaftliche oder nicht wirtschaftliche Tätigkeit in Litauen ausüben, ihre empfangenen und ausgegebenen Rechnungen grundsätzlich in Form eines Rechnungsregisters an die litauischen Steuerbehörden weiterleiten. Die Datenübermittlung kann lediglich elektronisch erfolgen. Abweichend zur Frist der Einreichung der Umsatzsteuererklärung, muss die Registerübermittlung des Kalendermonats bis zum 20. Tag des Folgemonats erfolgen. Die Daten zum Kalenderhalbjahr werden ebenfalls bis zum 20. Tag des Folgemonats verlangt. Derzeit registrierte Steuerzahler, die einer monatlichen Steuerperiode unterliegen, müssen ihre Register erstmals bis zum 21. November 2016 einreichen.

Des Weiteren verlangen die litauischen Steuerbehörden seit dem 1. Oktober 2016 die Übermittlung von Frachtbriefen. Der Frachtbrief muss vom Aussteller des Frachtbriefes eingereicht werden. Auch hier ist lediglich eine elektronische Übermittlung gestattet. Der Aussteller des Frachtbriefes darf die Daten frühestens sieben Tage vor Versendung und nicht spätestens bis zum Versandtermin an die Steuerbehörden weiterleiten.

Eine weitere Änderung zum 1. Januar 2017 betrifft Unternehmen, deren Nettoumsatz im Wirtschaftsjahr 2015 acht Millionen Euro überstiegen haben. Diese müssen ihre Abrechnungsdaten via SAF-T (Standard Audit File-Tax) übermitteln. Die Verpflichtung zur elektronischen Datenübermittlung wird dem Vernehmen nach bis 2020 schrittweise auf weitere Unternehmen ausgeweitet. Ab 2020 soll die Nettoumsatzgrenze bei 45.000 Euro festgeschrieben werden.