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E-Commerce-Ticker – Wissenswertes zum Jahreswechsel 2016/2017

Veröffentlicht am von - Kategorie: E-Business, Umsatzsteuer

Ausgewählte umsatzsteuerliche Änderungen in Indien, Italien, Polen und Rumänien, die insbesondere für den E-Commerce von Bedeutung sind:

In Indien erbrachte elektronische Dienstleistungen

Bereits zum 1. Dezember 2016 ist der Begriff der elektronisch erbrachten Dienstleistungen (eeD) deutlich erweitert worden. Demnach sind sowohl eeD, die unmittelbar erbracht werden, als auch über Portale/Marktplätze/Webseiten erbrachte in Indien steuerbar.  Da für eeD im B2B-Verhältnis das Reverse Charge-Verfahren (=Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers) greift, müssen sich ausländische Leistende in Indien nicht für umsatzsteuerliche Zwecke registrieren lassen. Soweit ausländische Unternehmer eeD an Endverbraucher (B2C) in Indien erbringen, hat dies zur Folge, sich in Indien für umsatzsteuerliche Zwecke registrieren lassen, die Steuer vereinnahmen und abführen zu müssen. Die Regelungen ähneln im Großen und Ganzen den in Deutschland/in der EU zum 1. Januar 2015 eingeführten.

Pflicht zur vierteljährlichen Umsatzsteuererklärungen in Italien

Ab 2017 wird die Umsatzsteuer-Jahreserklärung verpflichtend durch die Abgabe vierteljährlicher Umsatzsteuererklärungen ersetzt. Die Abgabefrist endet jeweils zum Ende des dem zu erklärenden  Quartal zweiten Folgenmonats (z.B. für Q1/2017 zum 31. Mai 2017). Fristüberschreitungen sind strafbewehrt mit bis zu EUR 50.000. Unabhängig von den Erklärungsfristen gilt weiter, dass die Umsatzsteuerzahlungen bis jeweils spätestens zum 16. des Folgemonats zu erfolgen haben. Für 2018 ist eine Erhöhung des Regelsteuersatzes von 22 % um 2 % auf dann 24 % im Gespräch.

Zwangsderegistrierung in Polen infolge von Nullumsätzen

Eine Deregistrierung wird ab 2017 von Amts wegen eingeleitet, wenn in Polen für umsatzsteuerliche Zwecke registrierte Unternehmen mehr als sechs Monate keine in Polen steuerbaren Eingangs- und Ausgangsumsätze haben.  Zudem werden Strafzuschläge eingeführt, die erhoben werden, wenn die polnische Umsatzsteuer verkürzt wird (zu wenig Umsatzsteuer und/oder zu hoher Vorsteuerabzug). Die Strafzuschläge betragen 20 %, 30 % oder 100 % der Umsatzsteuerschuld.

Senkung des rumänischen Regelsteuersatzes

Der Regelsteuersatz in Rumänien beträgt ab dem 1. Januar 2017 19 % (Senkung um 1 % von bisher 20 %). Der rumänische Steuersatz ist damit – zusammen mit dem deutschen – hinter dem Luxemburger und Malteser Regelsteuersatz der drittgünstigste/-attraktivste in der EU.


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Taiwan schließt Steuerschlupfloch – Änderungen für Unternehmer

Veröffentlicht am von - Kategorie: Umsatzsteuer

Neue umsatzsteuerliche Pflichten für Wettbewerbsneutralität

Ausländische Anbieter von an taiwanesische Privatverbraucher geleistete elektronisch erbrachte Dienstleistungen (eeD) blieben bislang regelmäßig umsatzsteuerlich unbehelligt. Unter diesem Wettbewerbsvorteil leiden taiwanesische Anbieter vergleichbarer Produkte. Ab dem 1. Januar 2017 soll dieser umsatzsteuerliche Vorteil jedoch beseitigt werden. Die Neuregelungen sehen vor, dass sich ausländische Anbieter von eeD umsatzsteuerlich in Taiwan registrieren und in regelmäßigen Abständen Steueranmeldungen abgeben müssen. Dies gilt auch, wenngleich keine Betriebsstätte in Taiwan durch die Geschäftstätigkeit entsteht. Künftig soll der Unternehmer die Mehrwertsteuer in Höhe von fünf Prozent an die Behörden abführen (ggf. auch taiwanesische business tax).

Registrierungspflicht und Sanktionen

Bei Überschreitung eines noch unbekannten Schwellenwertes werden Unternehmer dazu verpflichtet, sich steuerlich in Taiwan zu registrieren und regelmäßig Steueranmeldungen abzugeben. Bei der Registrierung wird eine Steuer-ID-Nummer erteilt, die für die zweimonatlichen Steueranmeldungen verwendet werden muss. Missachtungen des meldepflichtigen Unternehmers sollen sanktioniert werden. Die Strafe kann das Fünffache der eigentlichen Steuerschuld betragen. Zusätzlich kann die Betriebszulassung entzogen werden. Des Weiteren muss die Registrierung vorab erfolgen. Dementsprechend dürfen die Geschäfte erst aufgenommen werden, wenn der Unternehmer sich in Taiwan registriert hat. Auch hierbei werden Missachtungen sanktioniert (Strafe zwischen 3.000 bis 30.000 NTD).

Fazit

Unternehmer, die eeD an Privatkunden in Taiwan erbringen, sollten sich schnellstmöglich mit den Rechtsveränderungen auseinander setzen. Besteht keine Niederlassung in Taiwan, ist es vereinfachend gestattet, einen steuerlichen Vertreter die für Einhaltung der Pflichten zu beauftragen. Gerne stehen wir Ihnen mit den taiwanesischen Kontakten innerhalb unseres internationalen HLB-Netzwerkes zur Verfügung.