Elektronische Dienstleistungen an Privatleute in der EU ab 2015

Elektronische Dienstleistungen an Privatleute in der EU ab 2015

Veröffentlicht am von - Kategorie: E-Business, Umsatzsteuer

MOSS-Vorabregistrierung seit dem 1. Oktober möglich

BZSt schafft Möglichkeit zur Vermeidung kostenintensiver Vielstaatenregistrierungen

Das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) hat rechtzeitig zum 1. Oktober die Registrierungsmöglichkeiten zum neuen Mini-One-Stop-Shop-Verfahren realisiert. Der Ursprung des Mini-One-Stop-Shop (MOSS) ist in der gesetzlichen Umsetzung der letzten Stufe des Mehrwertsteuerpakets 2010 angesiedelt und der draus resultierenden radikalen Veränderungen der Leistungsortbestimmung zum 1. Januar 2015 bei an Privatleute in der EU (B2C) erbrachte elektronischen Dienstleistungen (z.B. Lotterieannahmen, Fernwartungen, Webhosting, Datenbanken, Downloads, Bereitstellen von Webseiten und vielen weiteren Dienstleistungen).

Konkret bedeutet dies, dass mit Beginn des neuen Jahres diese elektronischen Dienstleistungen in dem EU-Staat der Umsatzbesteuerung unterliegen, in dem die jeweils leistungsempfangende Privatperson sitzt. eDienstleister sind grundsätzlich verpflichtet sich in jedem der anderen 27 (!) EU-Staaten, in dem sie Privatpersonen bedienen, zu registrieren. Mit Hilfe des MOSS-Verfahrens ist es jedoch möglich, diesen enormen Aufwand entscheidend zu reduzieren, indem die Registrierung (auch Steuererklärungen und -zahlungen) für alle betroffenen EU-Staaten zentral beim BZSt erfolgen kann.

Im Rahmen des MOSS-Verfahrens gilt es, bei Teilnahme die gültigen Regularien einzuhalten. Die Möglichkeit der Nichtteilnahme besteht jedoch selbstverständlich ebenfalls. Die Konsequenz ist jedoch, dass das Umsatzsteuerrecht aller EU-Mitgliedstaaten – mitsamt der vorgenannten individuellen Registrierungs-/Erklärungspflichten – angewendet werden muss. Das MOSS-Verfahren gilt als wegweisendes Projekt zur Erhebung der Umsatzsteuer im innereuropäischen Dienstleistungsverkehr.

Obwohl bislang nur die genannten Telekommunikations-, Fernseh-, Rundfunk- und auf elektronischem Weg („online“) erbrachte Dienstleistungen (Kurz: TRFE-Dienstleistungen), die für in der EU ansässige Privatpersonen im Zentrum des MOSS stehen, ist das Mini-One-Stop-Shop-Verfahren als Testballon anzusehen. Wenn es sich bewährt, könnte es bis hin zu einem allgemeinen MOSS für grenzüberschreitend tätige EU-Unternehmen ausgedehnt werden. Deshalb sollten auch Unternehmen anderer Branchen die Abläufe rund um das neue Verfahren beobachten.

Dr. Mario Wagner

Dr. Mario Wagner

Steuerberater, Partner bei Schomerus & Partner

Tätigkeitsschwerpunkte


Steuerliche Beratung grenzüberschreitend tätiger mittelständischer Unternehmen (Inbound/Outbound), steueroptimierte Restrukturierung/Reorganisation und Umsatzsteuerrecht.


Kontakt


Telefon +49 40 37601-2266

mario.wagner@schomerus.de


Profil auf Xing anzeigen

Profil auf LinkedIn anzeigen

Dr. Mario Wagner

Kommentar schreiben

  • (will not be published)