Monats-Archiv: Juni 2015

Nachhaltiger Unternehmenserfolg durch Mitarbeiterbeteiligung

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Der Mitarbeiter wird zum Mitunternehmer

Die Beteiligung von Mitarbeitern am Unternehmenserfolg kann auf vielfältige Weise geschehen. Die häufigsten Formen sind bislang in Arbeitsverträgen festgelegte Prämienzahlungen oder Jahresgespräch-Vereinbarungen, die im Kern Boni für das Erreichen von definierten Umsatzzielen garantieren (entweder abteilungsweit oder auf das gesamte Unternehmen bezogen). Diese Form der Erfolgsbeteiligung geht mit Lohnsteuer- und Sozialversicherungsabgaben einher und besitzt zudem oftmals nur kurzfristige Effekte. Auch besteht die Gefahr, dass kurz nach der sicheren Zielerreichung ein Leistungsabfall entsteht, was nicht zur vollen Ausschöpfung bestehender Potenziale führt. Unterschiedliche Zielvereinbarungen (in einem Unternehmen oder gar in einer Abteilung) gelten ebenfalls als höchst ungünstig, da diese das Potenzial besitzen, Spannungen innerhalb eines Unternehmens hervorzurufen. Das Ergebnis ist dann, dass leistungsstarke Mitarbeiter das Unternehmen eher verlassen, denn gebunden werden.

Deshalb etablieren sich sukzessive andere, als echt wahrgenommene Modelle der Mitarbeiterbeteiligung. Dies kann beispielsweise durch eine reale Eigenkapitalbeteiligung der Mitarbeiter oder durch Genussrechte erfolgen. Diese Formen der Beteiligung besitzen einen bedeutenden Einfluss auf alle Arten sowie viele verschiedene Richtungen des Commitments und führen daher nicht nur zu einer nachhaltigen Motivation, sondern auch zu einer stärkerer Mitarbeiterbindung und einer höheren Identifikation mit dem Unternehmen. Besonders vorteilhaft ist auch, dass für diese Beteiligungsmodelle Lohnsteuerfreibeträge genutzt werden können, sodass Mitarbeiter auch im Sinne von „Mehr Netto vom Brutto“ profitieren. Ebenfalls ist ein solches Modell für ältere Mitarbeit von Vorteil, da eine Beteiligung als Vorsorgemaßnahme angesehen werden kann. Dadurch steigt auch die Bereitschaft älterer Mitarbeiter mit Erfahrung und Leistung bei Personalengpässen auszuhelfen. Die Bedenken, wie mit ausgeschiedenen Arbeitnehmern bei solchen Beteiligungsformen umzugehen ist, lassen sich ebenfalls lösen. Durch die Vereinbarung von Rückkaufoptionen für den Fall des Ausscheidens oder Haltefristen zwischen Ausscheiden und Anteilsverkauf kann die Beteiligung ehemaliger Mitarbeiter wirksam gehandhabt werden

Die Umsetzung solcher Beteiligungsmodelle muss daher unter Berücksichtigung von rechtlichen und steuerlichen Aspekten geplant werden, sodass die Mitarbeiter und das Unternehmen profitieren und ehemalige Mitarbeiter ebenfalls am Erfolg des Unternehmens interessiert sind.

Generation Y-Mitarbeiter: Geld ist nicht alles

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Generation Y-Mitarbeiter: Geld ist nicht alles

Während große Unternehmen die Möglichkeit haben, Mitarbeiter durch Lohnzahlungen zu locken und zu binden, sind kleine und mittelständische sowie eCommerce und Start-up-Unternehmen gezwungen andere Wege zu beschreiten. Insbesondere die Mitarbeiter aus der Generation Y können auch über andere Zusatzleistungen und alternative, wählbare Vergütungsbestandteile gebunden werden, da diese Generation statt dem puren Gehalt eine Mischung aus finanzieller Sicherheit, Selbstverwirklichung und Sozialorientierung vorzieht.

Während mittlerweile die Abgabe von Essensgutscheinen oder Tankgutscheinen schon weit verbreitetet ist und für einige ihren Reiz verloren hat, werden zunehmend die Überlassung eines Handy oder Tablet-PCs zur privaten Nutzung und die Übernahme von Kita-Gebühren bedeutungsvoller. Bei solchen Zusatzleistungen müssen jedoch einige Punkte beachtet werden, um die Steuerfreiheit der Leistungen nicht zu gefährden.

Bei der Überlassung von Handy, Tablet und Co. ist nachzuweisen, dass es sich um eine Leihe handelt, nicht um eine Schenkung. Nur dann besteht Steuer- und Sozialversicherungsfreiheit nach § 3 Nr. 45 EStG. Bei der Bezuschussung von Kinderbetreuungsplätzen (Kindergarten, Kita) ist zu berücksichtigen, dass Zuschüsse aus lohnsteuerlicher Sicht nur zusätzlich zum geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden dürfen. Eine Umwandlung von Lohn als Kindergartenzuschuss ist somit nicht statthaft und nicht steuer- und sozialversicherungsbegünstigt.

Zuschüsse für Fitnessstudiomitgliedschaften sind ein gutes Argument in Verhandlungen, können jedoch lediglich im Rahmen des Sachbezugs monatlich mit maximal 44 € gewährt werden. Dabei muss jedoch nicht ausschließlich eine Fitnessstudiomitgliedschaft im Vordergrund stehen. Eine Verwendung für Massagen, Yoga-Kurse und anderes ist ebenfalls innerhalb des Sachbezugs möglich. Wenn statt dauerhaften Ausgaben einzelne Maßnahmen zur allgemeinen und motivierenden Gesundheitsförderung zur Unternehmenskultur passen, besteht die Möglichkeit Arbeitnehmern bis zu einem Betrag von 500 € pro Mitarbeiter und Jahr lohnsteuer- und versicherungsfrei Maßnahmen, von Rückentrainings und Massagen bis hin zur Suchtprävention, anzubieten. Im Rahmen eines betrieblichen Gesundheitsmanagements können Unternehmen für solche Maßnahmen Zuschüsse von Krankenkassen – gemäß § 20a SGB V – beantragen.

Elektronische Archivierung – Kostensenker oder Risikotreiber?

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Elektronische Archivierung – Kostensenker oder Risikotreiber?Die von der Bundesregierung initiierte und vom Finanzministerium koordinierte Arbeitsgruppe „Einfacher Steuern zahlen“ hat sich unter der Leitung des Statistischen Bundesamtes und in Zusammenarbeit mit Wirtschaftsverbänden der elektronischen Archivierung von Unternehmensdokumenten angenommen.

Zielsetzung dieses Vorhabens war es, Maßnahmen und Konzepte anzustoßen, die bei Unternehmen zur Entlastung durch Reduktion von Bürokratiekosten führen sollten. Ausgangspunkt war die These, dass die unwirtschaftliche Aufbewahrung von Belegen und Unterlagen insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) wesentlicher Kostentreiber ist.

Im Rahmen einer Untersuchung befasste man sich deshalb mit vermeintlichen Hindernissen, die einer Verbreitung der elektronischen Archivierung entgegenstünden. Ergebnis war, dass es notwendig sei, die Kultur des elektronischen Datenaustausches zu fördern, indem ein rechtssicherer Rahmen geschaffen würde und die Verantwortlichen durch Fachinformation überzeugt werden müssten. Es herrsche auch bei vielen eCommerce-KMU und deren Beratern ein Zustand vor, der höchstens Ansätze von Digitalisierung und Automatisierung erahnen ließe. Lediglich in Branchen mit hohem Margendruck oder schon vorangeschrittener Massendatenverarbeitung sei der Grad der Digitalisierung und Automatisierung höher. Der Bereich der Archivierung, auch aus steuerrechtlicher Sicht von höchster Bedeutung, werde jedoch einer geringen Bedeutung beigemessen. Zudem wären unvollkommene Lösungen, fehlende Kompetenzen sowie Fragen der Rechtssicherheit von großer Bedeutung. Insgesamt überwögen jedoch die Vorteile gegenüber den Nachteilen.

Auch wenn Kritiker die elektronische Archivierung als weiteren Schritt zur Erleichterung der digitalen Betriebsprüfung wahrnehmen, lassen sich digitale Entwicklungen in der Wirtschaft nicht aufhalten. Der Grad der Standardisierung kann mit zertifizierter Software und klugen Archivierungslösungen Zeit und Kosten sparen. Gerade eCommerce-Unternehmen besitzen oftmals ein Einsparungspotenzial und vermeiden durch Digitalisierungsprozesse Mehrarbeit.

Die Fortentwicklung des elektronischen Rechnungsstandards „ZUGFeRD“ (vgl. BLOG-Artikel von Dr. Mario Wagner) wird dazu beitragen, dass die Attraktivität des rein digitalen Rechnungswesens zunehmen und eine gute, geprüfte elektronische Archivierung notwendig werden wird. Auch die Veröffentlichung der GoBD (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff) durch die Finanzverwaltung stellt bereits einen weiteren Schritt zur vollkommen elektronischen Abwicklung des Rechnungswesens dar. Diesen Veränderungen werden zu Herausforderungen auf unterschiedlichen Ebenen der IT- und Tax-Compliance führen.