Monats-Archiv: Oktober 2014

Fehler- und Betrugspotential im eCommerce erkennen mit Datenanalysen

Veröffentlicht am von - Kategorie: E-Business

eCommerce birgt erhebliche Fehlerpotentiale aufgrund des großen Hebels der Massentransaktionen, aber auch Betrugspotentiale aufgrund hochgradig arbeitsteiliger und aufwandsoptimierter Geschäftsprozesse.

Grundvoraussetzung für sichere und ordnungsgemäße IT-Geschäftsprozesse im Bereich des eCommerce sind die Kenntnis dieser Potentiale und entsprechend eingeleitete Maßnahmen zur Minimierung. Nachfolgend soll kurz auf die Situation bereits eingerichteter eCommerce-Prozesse eingegangen werden. In diesem Zustand bieten sich ein prozessintegriertes Monitoring/Controlling sowie nicht prozessintegrierte aber regelmäßig oder ereignisgesteuert durchgeführte Revisionshandlungen (Konzept-/Prozessdurchgänge und Datenanalysen) an.

Datenanalysen, die durch einen (prozess-)unabhängigen Experten durchgeführt werden mit dem Blickwinkel Aufdeckung von potentiellen Systemfehlern sowie von Kunden- und Mitarbeiterfraud können mit begrenztem Aufwand dazu beitragen, nachträglich mehr Sicherheit zu erlangen oder Hinweise zu erhalten, wie man Prozesse und Kontrollen optimieren kann oder ob man bestimmten Verdachtsmomenten vertieft nachgehen sollte.

Schwerpunktbereiche derartiger Datenanalysen wären z.B. Gutschriften/Retouren sowie Schwund und Inventurdifferenzen. Retouren/Gutschriften könnten beispielsweise nach Gutschriftshöhe, -grund, korrespondierenden Ausgangsrechnungen und Lagerbuchungen untersucht werden. Sehr interessant sind hier insbesondere Zeitreihen- und Niederlassungsbenchmarks sowie auch Wert- und Anzahlverteilungsanalysen z.B. der Gutschriftenhöhe. Ergeben sich hier Auffälligkeiten, kann unter Zuhilfenahme von weiteren Daten wie z.B. Wochentagen, Mitarbeiterkennungen oder Kundendaten weiter geforscht werden. Gut nutzbar für weitergehende Analysen sind auch Vergleichsdaten wie z.B. Umsätze einer Periode, Retourenquoten/Margenanalysen pro Kunde oder Artikel oder auch Lagerumschläge pro Artikel.

Der recht gut eingrenzbare Aufwand steht erfahrungsgemäß in einem sehr günstigen Verhältnis zu den gewonnenen Erkenntnissen.

Elektronische Dienstleistungen an Privatleute in der EU ab 2015

Veröffentlicht am von - Kategorie: E-Business, Umsatzsteuer

MOSS-Vorabregistrierung seit dem 1. Oktober möglich

BZSt schafft Möglichkeit zur Vermeidung kostenintensiver Vielstaatenregistrierungen

Das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) hat rechtzeitig zum 1. Oktober die Registrierungsmöglichkeiten zum neuen Mini-One-Stop-Shop-Verfahren realisiert. Der Ursprung des Mini-One-Stop-Shop (MOSS) ist in der gesetzlichen Umsetzung der letzten Stufe des Mehrwertsteuerpakets 2010 angesiedelt und der draus resultierenden radikalen Veränderungen der Leistungsortbestimmung zum 1. Januar 2015 bei an Privatleute in der EU (B2C) erbrachte elektronischen Dienstleistungen (z.B. Lotterieannahmen, Fernwartungen, Webhosting, Datenbanken, Downloads, Bereitstellen von Webseiten und vielen weiteren Dienstleistungen).

Konkret bedeutet dies, dass mit Beginn des neuen Jahres diese elektronischen Dienstleistungen in dem EU-Staat der Umsatzbesteuerung unterliegen, in dem die jeweils leistungsempfangende Privatperson sitzt. eDienstleister sind grundsätzlich verpflichtet sich in jedem der anderen 27 (!) EU-Staaten, in dem sie Privatpersonen bedienen, zu registrieren. Mit Hilfe des MOSS-Verfahrens ist es jedoch möglich, diesen enormen Aufwand entscheidend zu reduzieren, indem die Registrierung (auch Steuererklärungen und -zahlungen) für alle betroffenen EU-Staaten zentral beim BZSt erfolgen kann.

Im Rahmen des MOSS-Verfahrens gilt es, bei Teilnahme die gültigen Regularien einzuhalten. Die Möglichkeit der Nichtteilnahme besteht jedoch selbstverständlich ebenfalls. Die Konsequenz ist jedoch, dass das Umsatzsteuerrecht aller EU-Mitgliedstaaten – mitsamt der vorgenannten individuellen Registrierungs-/Erklärungspflichten – angewendet werden muss. Das MOSS-Verfahren gilt als wegweisendes Projekt zur Erhebung der Umsatzsteuer im innereuropäischen Dienstleistungsverkehr.

Obwohl bislang nur die genannten Telekommunikations-, Fernseh-, Rundfunk- und auf elektronischem Weg („online“) erbrachte Dienstleistungen (Kurz: TRFE-Dienstleistungen), die für in der EU ansässige Privatpersonen im Zentrum des MOSS stehen, ist das Mini-One-Stop-Shop-Verfahren als Testballon anzusehen. Wenn es sich bewährt, könnte es bis hin zu einem allgemeinen MOSS für grenzüberschreitend tätige EU-Unternehmen ausgedehnt werden. Deshalb sollten auch Unternehmen anderer Branchen die Abläufe rund um das neue Verfahren beobachten.